Luca:
bron,baz,hughie,Heidi und max sind die atkinstons; die Familie bei der ich nun fünf Wochen bleiben werde. die erste Woche ist schon rum und ich fühle mich bereits jetzt als Teil der Familie und richtig wohl hier. Heidi und Max gehen beide zu einer Boarding School in einem anderen Ort, das heißt wir sind hier eigentlich nur zu viert, naja, fünft, wenn man Buddy, den Hütehund mit einbezieht.
meine Tage sind in der Regel gleich strukturiert. ich stehe meistens gegen 7.15 Uhr auf (wobei ich das noch nicht mal müsste), um gemeinsam mit der Familie zu frühstücken. bron und Hughie verlassen um 8.10 Uhr das Haus, Hughie muss dann seinen Schulbus nehmen und bron fährt in den nächsten Ort zu ihrer Arbeit als zeitungspublizist. baz arbeitet den ganzen Tag auf der farm, es wird Reis und Getreide angebaut und es gibt auch noch ein paar Schafe;ich bin also für den restlichen Tag bis 16 Uhr quasi alleine.ich räume die Küche auf und sauge, mache die Wäsche und putze Badezimmer. eben das, was im Haushalt gerade so ansteht. danach gehe ich raus und füttere Hühner und Schweine (es gibt zwei, die an Weihnachten als Festessen dienen sollen). danach bewässere ich den Garten und versuche alles möglichst feucht zu halten. nachdem ich diese generellen Aufgaben erledigt habe, fallen manchmal noch extra Aufgaben wie Auto säubern oder Fenster putzen an. ansonsten bin ich dann relativ frei, kann also entweder lesen oder draußen liegen oder Gretas und meiner neuen Lieblingsbeschäftigung nachkommen: schlafen. um 16 Uhr hole ich Hughie von der Bushaltestelle ab (mit dem tollen großen Auto auf dem Bild) und helfe ihm anschließend bei Hausaufgaben etc. Hughie ist zehn, da braucht man das noch :D von ihm habe ich auch schon gelernt, wie man smoke on the water und Seven Nation Army auf dem Bass spielt. cool,ne? donnerstags fahre ich ihn nach deniliquin zum bassunterricht und Freitags zu den athletics.
das sind also die Dinge, die sich für die nächsten Wochen wiederholen werden.
was sich allerdings nicht wiederholen wird ist baz' 50ter Geburtstag am vergangenen Dienstag und hoffentlich auch nicht die "Feier" am darauffolgenden Tag. es hatten sich nämlich einige von baz' Freunden selbst eingeladen und brachten essen und Alkohol mit. aus dem zusammenkommen wurde ein Besäufnis und ich fand mich ziemlich schnell in einem Haufen besoffener australischer Farmer wieder. das war sehr lustig und lehrreich, auch wenn ich bald kaum einen mehr verstehen konnte. der australische Akzent scheint mit höherem Alkoholpegel nur noch stärker zu werden. eine Erfahrung war es allemal :D
Donnerstag bin ich abends mit baz und seinem Range Rover rausgefahren und wir haben bei Sonnenuntergang und einem Bierchen Kängurus geguckt. das war die ultimative Australien- Erfahrung für mich!
und dann war es auch schon wurde Freitag und Greti und ich haben uns endlich wiedergesehen :)
Greta:
Es war Sonntagabend. Lucas und meine Trennung stand bevor und ich muss zugeben, ich war doch schon ziemlich nervös, als es immer später wurde. Dann kamen sie durch die Tür, ein Mädchen, in etwa meine Größe, lange blonde Haare, dünn, sehr stylisch gekleidet (sie ist 12, ihr würdet es mir nicht glauben!)
Und eine Frau, normale Größe, braune Haare. Sie wirkte auf Anhieb sehr nett, hatte allerdings auch eine strenge Seite an sich.
Den Abend verbrachten wir dann noch zu 8., genauer genommen zu 9., ein kleines 5-6 Wochen altes Kätzchen hat sich den weg auf diese Farm gewagt. SO SÜß!
Nach dem essen ging's dann los. Ich wusste aus Erzählungen, dass ich mich auf ein großes Haus einstellen musste. Mittlerweile war es draußen Dunkel, sodass ich auch, als wir auf das Gelände fuhren keinen klären blick fassen konnte.
Nach einer kurzes schafumtreibe-Aktion, und einer Opossum-Show kamen wir zum Haus und es folgte ein halbstündiger Rundgang, der mich immernoch aus der Fassung bringt. Ich habe noch nie nie nie einen so großen 2-personenhaushalt gesehen.
Das Haus ist u-förmlich aufgebaut, in der Mitte ein kleiner Innenhof mit Brunnen. Von hier aus hat man zu fast alles räumen einen Eingang. Das Haus ist in mehrere Anteile eingeteilt. Es gibt so viele Schlafzimmer, in meinem Abteil befinden sich schon 2 , desweiteren habe ich einen ankleideraum, Badezimmer und einen Vorraum mit tischtennisplatte etc.
Die Küche hat alles in doppelter Form. 2 Kühlschränke, 2 Spülmaschinen etc. 1000 Büros und räume, die ich noch nicht ganz durchschaut habe.
Nicht zu verschweigen ist auch der Pool und der hauseigene Tennisplatz. Es gibt ein weiteres Gästezimmer und natürlich den wohn, Schlaf, ankleide und Badbereich von Angela und Sophie.
Hier geh ich sicherlich noch verloren.. Ich war froh, als ich den weg zurück zu meinem Bereich fand.
Der Stil ist in Form eines alten typisch australischen farmhauses. Alles ist liebevoll (und mit liebe zum Detail + einem Hauch von Luxus :D) eingerichtet.
Ich bin gespannt was mich bei Tageslicht noch alles erwartet.
An Tieren gibt es schafe, einen an Epilepsie leidenden Hund und 2 Katzen. Außerdem solls hier ne Menge Kängurus geben, weil hier auf dem Grundstück, das jagen verboten ist.
Meine erste Woche bei den hodges ist nun rum und ich muss sagen, ich fang an mich hier einzuleben.
Von Alltag kann man allerdings nicht sprechen und wirklich Au pair mach ich auch nicht. Es geht vielmehr darum mit Angela das Haus zu entrümpeln und den Garten herzurichten.
Anfang der Woche hat Angela mir erstmal deniliquin gezeigt. Es gibt ein paar nette Läden und Cafés und es ist unglaublich.. Jeder wirklich jeder kennt sich! Das heißt, wenn man weggeht sollte man generell eine bis zwei Stunden länger einplanen, weil immer und überall die neusten News ausgetauscht werden. Außerdem kann man von deni sagen, dass es ein unglaublich großes sportangebot gibt und nahezu jedes Kind jede Sportart betreibt. Von Netball über Baseball, Tennis, Rugby, Football, Basketball, Reiten, schwimmen, Leichtathletik. Einfach ALLES!
Ich bin nahezu den ganzen Tag unterwegs und lerne das Leben und die Leute hier kennen ( ich werd hier angeguckt wie ein Auto und jeder checkt, dass ich nicht von hier bin - Kleinstadt halt!) trotzdem ich muss sagen, die Leute hier sind sehr sehr nett und nehmen mich alle sehr herzlich in Empfang. Typisch für die Leute ist ihr Akzent (es werden fast ausschließlich Kurzformen benutzt und viele Kriegen ihren Mund erst garnicht richtig auf), white tea, Lamm und ihre Bewunderung zu Angela Merkel (Ohja, die Australier lieben sie, sie hält die EU aufrecht!).
Auch an Tieren hab ich schon einiges gesehen, sowohl auf der Farm als auch in der freien Wildnis.
Als Angela mir Mittwoch die komplette Farm mit allen Schafen gezeigt hat, sahen wir ein einzelnen Schaf am Boden liegen. Als wir näher erkannten wir, dass es sich zusammen mit seinem Lamm in einem Seil verfangen hat. Das Lamm war bereits gestorben, sodass das Schaf die ganze zeit sein eigenes Lamm am Bein mit sich geschleppt hat.. Einfach nur bizarr. Haben das arme Ding dann mühevoll (ohne jegliches Werkzeug!!) befreit.
Ansonsten gibt es auf der Farm noch 2 Pferde, einen Hund, 2 Katzen.. Und ne Menge krabbelzeug. Auch schlangen. Hab zum Glück bis jetzt nur ne Tote gesehen, bei denen muss man nämlich wirklich aufpassen. ;)
Die Vögel hier sind alle wunderschön und Echsen gibt es oooohne Ende.
Wir sind nun auf jeden fall im richtigen Australien, ja quasi im outback angekommen!
Am Freitag hatte ich bis jetzt meinen besten Tag. Anges Eltern sind gekommen um beim Lämmer marken zu helfen. Zuerst mussten wir die Schafe von der Wiese in ein immer kleineres gebiet eintreiben um letztendlich die Lämmer von den Eltern zu trennen.
Als wir dann alle Lämmer beisammen hatten mussten sie einzeln auf den "behandlungstisch" gesetzt werden. Einige waren erst 4 Wochen alt & noch klein, andere hingegen waren richtige Brocken! (Ja, ich hatte am nächsten Tag Muskelkater und sehe bis jetzt noch so aus, als hätte ich mich geritzt!) Trotzdem, ich muss sagen es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hab gleich die Lizenz eines schafetreibers bekommen und muss nun am Montag ganz alleine die Schafe wieder eintreiben, weil einige von ihnen dann verkauft werden und Angela noch in Melbourne ist. Das kann was geben.. Die Schafe rennen nämlich immer genau in die falsche Richtung und auf den Hütehund hier sollte man sich nicht verlassen.
Im Laufe des Nachmittags brachte mir Graeme noch bei wie ich das (Schalt-!!)auto fahre und wie das Motorbike zu bedienen ist. Ich bin nun also vollkommen flexibel 8)
Die Großmutter zeigte mir später noch ein bisschen deniliquin und lud mich zum Café und Kuchen in das beste cafe der Stadt ein!
Abends kamen dann Luca & Co und unser gemeinsames Wochenende alleine auf dieser Riesenfarm könnte starten :)
15.-17. Oktober
Unser gemeinsames Wochenende startete mit einem großen Dinner. Salat, Kartoffeln, Fleisch, Kuchen, Rotwein (kein goon!:D).. Alles! Wenn man sich vorstellt, dass wir backpacker sind, leben wir hier wirklich, auch was das Essen, angeht in Saus und Braus.
Wir verschwanden dann allerdings relativ Schnell in unser schlafgemach, weil es am nächsten morgen früh zum Schafe scheren zu James gehen sollte und wir uns sowieso viel zu viel zu erzählen hatten.
Am nächsten morgen ging's dann los und wir kamen dank des wunderbaren wegplanes nur knapp eine Viertelstunde zu spät.
Es war wirklich eine interessante Erfahrung und wir durften sogar selbst Hand anlegen und ein Schaf scheren.
Den restlichen Tag verbrachten wir mit chillen, kochen, Motorbike fahren, schlafen und einem kleinen Ausflug in die Stadt, schließlich könnten wir noch nicht ganz glauben, dass es noch nicht einmal einen Pub oder so etwas ähnliches geben sollte. Im Supermarkt sahen wir dann sogar junge Leute, blamierten uns kurz und dann ging's zurück mit einer Packung timtams und erschreckend guter Radiomusik!
Am Sonntag schliefen wir lange aus und genossen den Tag am Pool :)